Aus dem Coaching – eine reale Führungssituation #1

Januar 16, 2026

Führung zeigt sich selten in Lehrbüchern.
Sie zeigt sich in Momenten.

In Gesprächen, die herausfordern.
In Entscheidungen unter Unsicherheit.
In Spannungen im Team und im eigenen Inneren.

Ab 2026 öffne ich einmal im Monat einen Einblick in meine Coachingpraxis.
Ich teile anonymisierte, reale Führungssituationen aus meinem Alltag als Coach.

Keine Hochglanzfälle. Keine perfekten Lösungen, sondern echte Führungsmomente reflektiert, eingeordnet und mit Klarheit betrachtet.

Warum diese Serie?

  • Weil viele Führungssituationen sich ähneln, auch wenn sie sich sehr persönlich anfühlen.
  • Weil Lernen dort entsteht, wo Praxis reflektiert wird.
  • Weil Klarheit oft nicht im schnellen Tun liegt, sondern im bewussten Verstehen.
  • Und weil Führung ein Entwicklungsprozess ist, kein Zustand.

So ist jede Ausgabe aufgebaut:

1️⃣Die Situation
Kurz und sachlich beschrieben.
2️⃣ Der blinde Fleck
Was nicht gesehen wurde.
3️⃣ Die Klärung im Coaching
Was sortiert, benannt und verstanden wurde.
4️⃣ Erkenntnisse für Führungskräfte
Übertragbar. Klar. Praxisnah.
5️⃣ Der Klarheitsimpuls
Ein Gedanke zum Innehalten und Reflektieren.

Mein Wunsch an dich:
Lies nicht auf der Suche nach schnellen Antworten.
Lies mit Offenheit für neue Perspektiven.
Und vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Situation wieder. Denn genau dort beginnt Entwicklung.

Coaching ersetzt Führung nicht,
aber es stärkt Führung dort, 
wo sie gebraucht wird.

Eine reale Führungssituation aus dem Coachingalltag.
Folge 01 | Januar 2026
👉 Wenn Energie schwindet und der Ton schärfer wird

Manchmal zeigt sich Führung nicht in dem, was gesagt wird,
sondern wie es gesagt wird.

Der Ton wird kürzer.
Die Geduld dünner.
Die Reaktion schärfer als beabsichtigt.

Nicht aus mangelndem Respekt, sondern aus Erschöpfung.

Dieser Coachingfall macht sichtbar, wie fehlende Erholungsräume die Wirkung von Führung verändern und warum Selbstführung keine Nebensache ist, sondern eine zentrale Führungsaufgabe.

1️⃣ Die Situation
Eine engagierte Führungsperson erlebt sich in Gremiensitzungen wiederholt ungehalten.
Der Anspruch: vorwärtskommen, Entscheidungen treffen, Diskussionen begrenzen.
Die Wirkung: ein schroffer Ton, zunehmende Gereiztheit – trotz guter Absicht.  

2️⃣ Der blinde Fleck
Der Fokus lag vollständig auf Effizienz und Verantwortung.
Nicht gesehen wurde der eigene Energiezustand:
zu wenig Pausen, zu wenig Erholung, zu wenig Raum zum Auftanken.
Die Ungeduld war kein Führungsproblem, sondern ein Erschöpfungssignal.  

3️⃣ Die Klärung im Coaching
Im Coaching wurde der Blick bewusst nach innen gelenkt:
. Wo geht Energie verloren?
. Wo fehlt bewusste Regeneration?
. Was braucht es, um wieder in die eigene Mitte zu kommen?

Die Führungsperson traf klare Entscheidungen:
Ferien frühzeitig festlegen, Pausen verbindlich einplanen, geschützte Ruhezeiten bewusst sichern.  

4️⃣ Konkrete Erkenntnisse für Führungskräfte
. Der eigene Ton ist ein Frühwarnsystem.
. Selbstführung ist die Basis wirksamer Führung.
. Pausen sind keine Belohnung, sondern Führungsarbeit.
. Wer Energie plant, führt klarer und präsenter.  

5️⃣ Der Klarheitsimpuls
Ungeduld ist oft kein Zeichen von Schwäche,
sondern ein Hinweis, dass Führung sich selbst zu lange vergessen hat.

Klarheit entsteht dort,
wo wir Verantwortung nicht nur nach aussen,
sondern auch für uns selbst übernehmen.


Ich wünsche dir Mut zur Selbstreflexion und die Offenheit, dich in echten Führungssituationen wiederzufinden.

Herzlich
Irène Wüest

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