Hand aufs Herz: Wenn du an deine vergangene Arbeitswoche denkst, woran erinnerst du dich zuerst?
Oder an das Projekt, das erfolgreich abgeschlossen wurde, die gute Zusammenarbeit im Team oder das wertschätzende Feedback eines Kunden?
Die meisten Führungskräfte erinnern sich zuerst an das, was nicht funktioniert hat. Nicht, weil sie negativ denken. Sondern weil ihr Gehirn genau dafür gebaut wurde.
KAPITEL 01
Der blinde Fleck unter Druck
Genau darin liegt der grösste Denkfehler unter Druck: Je höher die Belastung, desto enger wird unser Blick. Wir fokussieren uns auf Probleme, Risiken und Defizite und übersehen dabei Fortschritte, Stärken und das, was bereits gut funktioniert.
Im Folgenden liest du, warum unser Gehirn so reagiert, welche Auswirkungen das auf deine Führung hat und wie du deinen Fokus bewusst erweitern kannst.
KAPITEL 02
Warum unser Gehirn so tickt
Unser Gehirn ist darauf programmiert, Risiken und Probleme frühzeitig zu erkennen. Für unsere Vorfahren war das überlebenswichtig. Wer Gefahren übersah, hatte ein Problem. Wer hingegen einen schönen Sonnenuntergang verpasste, konnte trotzdem überleben.
Deshalb schenken wir Problemen, Fehlern und negativen Ereignissen automatisch mehr Aufmerksamkeit als Erfolgen und Fortschritten. Das ist menschlich.
Für Führungskräfte hat dieser Mechanismus jedoch eine wichtige Konsequenz: Je höher die Verantwortung, desto grösser die Gefahr, dass sich der Blick fast ausschliesslich auf das richtet, was noch nicht funktioniert.
KAPITEL 03
Wenn Druck den Blick verengt
Unter Druck fokussieren wir uns häufig auf:
- Probleme
- Risiken
- Fehler
- offene Baustellen
- Defizite
Das kann kurzfristig hilfreich sein. Langfristig entsteht jedoch ein verzerrtes Bild der Realität. Denn neben den Herausforderungen gibt es meist auch Fortschritte, Erfolge und Dinge, die gut funktionieren. Wer diese nicht mehr wahrnimmt, verliert Energie, Zuversicht und Handlungsspielraum.
KAPITEL 04
Was das für Führungspersonen bedeutet
DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE LAUTET NICHT:
„Wie kann ich Probleme vermeiden?"
„Wie kann ich die Realität vollständig wahrnehmen?“
Denn Mitarbeitende erleben häufig genau das, worauf ihre Führungsperson ihre Aufmerksamkeit richtet. Wer vor allem Fehler sieht, wird Fehlerkultur ernten. Wer ausschliesslich Defizite anspricht, erzeugt Unsicherheit.
Wer hingegen Herausforderungen klar benennt und gleichzeitig Fortschritte wahrnimmt, schafft Vertrauen und Motivation.
Mitarbeitende brauchen beides: Anerkennung für das, was gelingt und Klarheit darüber, was als Nächstes verbessert werden kann.
KAPITEL 05
Drei Impulse für den Führungsalltag
Deine Aufmerksamkeit prägt deine Wahrnehmung und damit auch deine Führung. Drei konkrete Ansätze, um den Blick bewusst zu weiten:
DREI IMPULSE · ZUM DIREKTEN AUSPROBIEREN
Vom engen Problemblick zur vollständigen Wirklichkeit.
KAPITEL 06
Reflexionsfragen für dich
- Worauf richte ich meinen Fokus als Führungsperson?
- Was gelingt meinem Team aktuell gut?
- Wem habe ich in den letzten zwei Wochen Anerkennung ausgesprochen?
- Welche Fortschritte übersehe ich möglicherweise?
- Was würde mein Team sagen: Sehe ich eher Fehler oder Potenziale?
KAPITEL 07
Ein Gedanke zum Schluss
Druck gehört zur Führung. Doch du entscheidest mit, ob er deinen Blick verengt oder deinen Fokus schärft.
Ich wünsche dir die Fähigkeit, Herausforderungen ernst zu nehmen, ohne dabei all das zu übersehen, was bereits gelingt. Denn gute Führung bedeutet nicht nur, Probleme zu lösen.
Gute Führung bedeutet auch, Stärken sichtbar zu machen.