Karriereschritte verändern nicht nur Aufgaben und Verantwortung. Sie fordern uns oft auch heraus, unser Selbstbild weiterzuentwickeln. Denn mit einer neuen Funktion verändern sich nicht nur Erwartungen, Zuständigkeiten und Entscheidungsspielräume. Oft stellt sich auch die Frage:
Bin ich in dieser neuen Rolle bereits wirklich angekommen?
Nicht selten liegt die grösste Herausforderung deshalb nicht im Beherrschen neuer Aufgaben, sondern im inneren Rollenwechsel. Wie sich dies konkret im Führungsalltag zeigen kann und welche Erkenntnisse daraus entstehen, zeigt der folgende Coaching-Fall.
KAPITEL 01
Die Situation
Eine Führungsperson hatte vor rund zwei Jahren den Karriereschritt zum CEO gemacht. Fachlich kompetent, erfahren und erfolgreich.
Von aussen betrachtet ist er längst in seiner Rolle angekommen. Und trotzdem begleiten ihn immer wieder Zweifel.
Besonders in wichtigen Sitzungen, bei Auftritten vor grösseren Gruppen oder im Austausch mit anderen Persönlichkeiten auf Geschäftsleitungsebene fragte er sich:
- Bin ich dieser Aufgabe wirklich gewachsen?
- Genüge ich den Erwartungen?
- Wirke ich überzeugend genug?
Obwohl er die CEO-Rolle bereits seit längerer Zeit innehat, fühlt er sich innerlich noch nicht vollständig angekommen.
KAPITEL 02
Der blinde Fleck
Der Coachee war überzeugt, sein Thema sei mangelndes Selbstvertrauen. Im Coaching zeigte sich jedoch etwas anderes:
Er führte die neue Funktion aus, dachte jedoch teilweise noch aus seiner früheren Rolle heraus.
KAPITEL 03
Die Klärung im Coaching
Im Coaching richteten wir den Fokus auf eine einzige Frage: Wer muss ich nicht mehr sein und wer darf ich neu werden? Gemeinsam reflektierten wir alte Rollenbilder, bisherige Erfolgsrezepte und Erwartungen an die neue Funktion.
Wer muss ich nicht mehr sein?
Gemeinsam reflektierten wir bisherige Erfolgsrezepte und alte Erwartungen, die ihn innerlich noch an die frühere Rolle banden.
Wer darf ich neu werden?
Dabei wurde deutlich: Ein CEO muss nicht auf jede Frage die beste Antwort kennen. Er schafft Orientierung, trifft Entscheidungen, übernimmt Verantwortung und hält Unsicherheiten aus.
Der entscheidende Entwicklungsschritt bestand nicht darin, mehr zu leisten. Sondern darin, die neue Rolle innerlich anzunehmen.
KAPITEL 04
Konkrete Erkenntnisse für Führungskräfte
Mit jedem Karriereschritt verändern sich die Erwartungen an uns. Was uns in die neue Position gebracht hat, reicht nicht immer aus, um in der neuen Rolle erfolgreich zu sein. Deshalb ist Führung nicht nur eine Frage von Kompetenzen. Sie ist auch eine Frage der Identität.
KAPITEL 05
Der Klarheitsimpuls
Nimm dir einen Moment Zeit und frage dich, wo du innerlich noch aus einer früheren Rolle heraus denkst und handelst:
DREI FRAGEN · ZUM STILLEN NACHDENKEN
Vom alten Rollenbild zum neuen Selbstverständnis.
Denn oft beginnt der nächste Entwicklungsschritt nicht im Organigramm. Sondern im eigenen Selbstverständnis.
Wer führen will, muss bereit sein, sich selbst neu zu definieren.
KAPITEL 06
Mein Gedanke zum Schluss
Vielleicht bist du deiner Führungsidentität näher, als du denkst. Vielleicht geht es nicht darum, jemand anderes zu werden. Sondern darum, die Führungskraft anzuerkennen, die du bereits geworden bist.