Aus dem Coaching – eine reale Führungssituation #07

Klarheit statt Kopfkino.

Wir reagieren nicht auf die Realität, sondern auf unsere Interpretation der Realität. Ein Coachingfall über ein Gespräch, das länger aufgeschoben als geführt wurde und warum die gefürchtete Eskalation ausblieb.

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NÄCHSTER SCHRITT
Welches Gespräch schiebst du vor dir her?

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Kennst du das? Du schiebst ein Gespräch vor dir her, weil du bereits zu wissen glaubst, wie die andere Person reagieren wird. In deinem Kopf entstehen Geschichten: Widerstand. Enttäuschung. Konflikt. Und je länger du wartest, desto grösser wird die Hürde.

Dabei vergessen wir oft: Wir reagieren nicht auf die Realität, sondern auf unsere Interpretation der Realität. Die Kraft der Interpretationen kann enorm sein. Sie beeinflusst, wie wir Situationen einschätzen, Entscheidungen treffen und Gespräche führen oder eben vermeiden.

Der folgende Coachingfall zeigt, wie Annahmen und Befürchtungen manchmal stärker blockieren als die Wirklichkeit selbst.

Was wir befürchten, tritt oft gar nicht ein.

KAPITEL 01

Die Situation

Ein Unternehmer möchte sein erfolgreiches Geschäft schrittweise an Mitarbeitende übergeben. Zwei Personen kommen infrage.

Doch die Situation verändert sich. Die Mitarbeiterin möchte das Unternehmen nicht gemeinsam mit ihm übernehmen. Und auch der Unternehmer hat zunehmend Zweifel. Trotzdem spricht er es nicht an.

KAPITEL 02

Der blinde Fleck

Der Unternehmer befürchtet:

Vor allem beschäftigt ihn ein Gedanke:

„Ich habe ihm doch einmal etwas anderes in Aussicht gestellt.“

Also schweigt er. Und der Druck wird grösser.

KAPITEL 03

Die Klärung im Coaching

Im Coaching schauten wir gemeinsam auf die Situation und trennten Schritt für Schritt das Befürchtete vom Tatsächlichen:

SCHRITT 1

Fakten von Annahmen trennen

Im Coaching schauten wir gemeinsam auf die Situation und sortierten, was tatsächlich vorlag und was nur befürchtet wurde.

SCHRITT 2

Das Gespräch bewusst vorbereiten

Schnell wurde klar: Die Entscheidung war längst gefallen. Was fehlte, war nicht Klarheit sondern der Mut zum Gespräch.

Schliesslich führte er das Gespräch. Klar, direkt und respektvoll.

KAPITEL 04

Konkrete Erkenntnisse für Führungskräfte

Das Ergebnis?

Nicht das Gespräch kostet Energie. Das Vermeiden des Gesprächs kostet Energie.

KAPITEL 05

Der Klarheitsimpuls

Die Kraft der Interpretationen wird oft unterschätzt. Wir halten unsere Befürchtungen für Tatsachen und reagieren auf das, was passieren könnte, statt auf das, was tatsächlich ist.

Deshalb lohnt sich die Frage:

  • Was weiss ich wirklich?
  • Und was vermute ich lediglich?


Führung bedeutet nicht, schwierige Gespräche zu vermeiden. Führung bedeutet, Klarheit zu schaffen.

KAPITEL 06

Handlungsansätze für Führungskräfte

Fünf Ansätze, die helfen, vom Kopfkino zurück in die Wirklichkeit zu finden:
FÜNF HEBEL FÜR MEHR KLARHEIT

Vom Aufschieben zum klaren, wertschätzenden Gespräch.

01
Prüfe deine Annahmen Was weiss ich wirklich? Was vermute ich lediglich?
02
Sprich heikle Themen frühzeitig an Unangenehme Gespräche werden durch Warten selten einfacher.
03
Verwechsle Harmonie nicht mit Klarheit Nicht angesprochene Themen verschwinden nicht. Sie wirken im Hintergrund weiter.
04
Bereite schwierige Gespräche bewusst vor Kläre deine Botschaft. Überlege mögliche Reaktionen. Bleibe bei den Fakten.
05
Frage dich regelmässig Welches Gespräch schiebe ich gerade vor mir her?
Stehst du vor einem schwierigen Gespräch, einer anspruchsvollen Entscheidung oder einem Konflikt, den du schon länger vor dir herschiebst? Manchmal genügt ein Perspektivenwechsel, um Klarheit zu gewinnen. Lass uns sprechen.
Führung bedeutet nicht, Gespräche zu vermeiden sondern Klarheit zu schaffen.
Stehst du vor einem schwierigen Gespräch, einer anspruchsvollen Entscheidung oder einem Konflikt, den du schon länger vor dir herschiebst? Manchmal genügt ein Perspektivenwechsel. 30 Minuten, auf Augenhöhe, ohne Verpflichtung.

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